Zur Person von Heinz Grill

Da mein Yoga-Unterricht auf dem sogenannten `Neuen Yogawillen` basiert, der von Heinz Grill entwickelt wurde, ist es angebracht, seine Person einmal vorzustellen, um sich dem, was ihn motiviert und in seiner Arbeit zum Ausdruck kommt, anzunähern. Ein Werk, das erschaffen wird, steht immer eng in Verbindung mit dem Urheber, dem Autor oder dem Hersteller. Einen `Faust`  kann man nicht ohne den Schriftsteller Johann Wolfgang Goethe denken und letztendlich verstehen. So möchte ich hier interessierten Lesern sowohl biografische Ereignisse als auch persönliche Erfahrungen mit dem spirituellen Lehrer Heinz Grill  darlegen.

Heinz Grill wurde 1960 In Wasserburg geboren. Schon als Jugendlicher übten die Berge eine starke Anziehung auf ihn aus und  so  fand er schon recht früh zur Kletterei. Das, was ihn bewegte, war die Begegnung mit dem Berg, ihn zu studieren in seiner Beschaffen-heit, seinen Formungen und seinen Farben. Er hatte nicht den Ehrgeiz, die Gipfel bloß zu erstürmen, sondern es interessierte ihn die Frage, wie er mit leichten, rhythmischen Bewegungen sich den Berghöhen nähern konnte. Er fand heraus, dass er den Berg richtig erforschen musste und durch diese Art der Auseinandersetzung in eine Art Beziehung mit ihm trat. Da er mit sehr spärlicher Ausrüstung kletterte, um sein Gewicht zu reduzieren und er dies oft im Alleingang tat, löste er schon damals viel Unmut aus unter den Kletter- Profis. Es war allerding gar nicht seine Absicht zu provozieren oder  abenteuerlustig zu sein, es ging ihm vielmehr darum, eigene Erfahrungen zu sammeln im direkten Kontakt mit dem Berg und mit der ganzen Natur.

Im  Jugendalter spielten weiterhin philosophische Fragen eine zentrale Rolle im Leben von Heinz Grill. Er begann, die indische Kultur zu erkunden, die Bhagavadgita und die Lehren des Yoga, wo ihn insbesondere die traditionsübergreifenden Werke von Swami Sivananda und Sri Aurobindo ansprachen. Darüberhinaus beschäftigte er sich auch mit den großen europäischen Vorreitern des Yoga und wie sie  sich im Westen etablierten. Das Thema des Atems lag ihm besonders am Herzen und er suchte in den bereits existiernden Schriften darüber nach tiederem Wissen.

Das Studieren der Texte im Neuen Testament und der christlichen Spiritualität erweckten großes Interesse in Heinz Grill, explizit die niedergeschriebenen Vorträge von Rudolf Steiner. Zu  dessen Menschenbild und seinen umfangreichen, aus geistigem Schauen gewonnenen Erkenntnissen in den verschiedensten Fachgebieten, fand er unmittelbar einen Zugang, da diese Gedanken bereits in ihm lebten. Gerade die Ernährung war ein Gebiet, auf dem er nach Möglichkeiten einer heilsamen Zubereitung forschte.

Der berufliche Werdegang von Heinz Grill spiegelt das wider, was ihn im Innersten bewegte. Nach der Schulzeit wich die Leidenschaft für die Berge etwas zurück und er bagann als Pflegehelfer in einem Heim für geistig behinderte Menschen zu arbeiten. Er selbst beschreibt es in seiner`autobiographischen Skizze` so:  „In mir erwachte ein tiefes Bedürfnis nach Arbeit und dies in Form eines Dienstes.“ Es interessierte ihn aber nicht nur das Pflegerische, sondern auch das medizinisch- therapeutische im Gesundheitswesen. So entschied er sich im Alter von 26 Jahren eine Ausbikdung zum Heilpraktiker zu absolvieren. Es stellte sich sodann für ihn die Frage, wie er dazu beitragen kann, den Menschen tatsächlich zu helfen im Krankheitsfall. Medikamente, ob schulmedizinisch oder aus der Naur konnten seines Erachtens nach nur den Heilungsprozess unterstützen, während für eine wirkliche Heilung es notwendig sei, dass der Mensch einen Entwicklungsschritt vollbringt, Schöpferkräfte aufbaut und damit sein Selbst stärkt und schließlich auch das Immunsystem. Er begann, Gruppenkurse im Bergsteigen anzubieten, in denen die Teilnehmenden Erfahrungen darin sammelten, nicht das äußere Streben nach Leistung und Bestätigung in den Vordegrund zu stellen, sondern zu lernen, eine innere Beziehung zu einer Sache zu entwickeln, wie in diesem Fall zu den Bergen und zur Natur, oder allgemein zur Schöpfung. Dadurch erlangten sie wieder mehr Vertrauen in ihr innerstes Kraftpotential und die Krankheit stand nicht mehr so im Vordergrund und konnte sogar vielfach überwunden werden.

Heinz Grill sucht aber weiterhin nach einer anderen Möglichkeit, seine Erkenntnisse und Erfahrungen an Menschen weiterzugeben, sozusagen ein Lernfeld für das Leben. Die Übungen aus dem Yoga übten eine große Anziehungskraft auf ihn aus und er beschloss eine Ausbildung in Kanada bei Vishnu Devananda, der Leiter der Sivananda- Schulen, zu absolvieren. Dort schien ihm das Lehrprogramm noch am intensivsten an dem traditionellen Yoga angelehnt zu sein und somit geeignet, es zu erforschen. So begann er im Anschluss daran, Yoga- Kurse  in Deutschland zu geben. Sein Unterricht war aber von Anfang an durch seine bisherigen Erkenntnisse, seiner Schau in geistige Zusammenhänge bzgl. des Lebens geprägt. Die körperlichen Übungen waren die gleichen wie in der Yoga- Tradition, jedoch waren sie erweitert mit eigenständig errungenen Imaginationen, die die seelisch- geistige Entwicklung des Menschen anregen sollten. Es war Heinz Grill wichtig, dass Yoga nicht etwas sein sollte, das die Menschen konsumieren oder zur Selbsbestätigung praktizieren, sondern das sie sich als schöpferische Wesen erfahren, als Gestalter des Lebens, indem sie lernen, in eine wirkliche Bezeihung zu treten mit allem, was sie umgibt. Das erforderte auch, die eigene Psyche und den eigene Körper mit ihren Dominanzen in den Hintergrund zu stellen,  um zu den eigentlichen, geistigen Hintergründen einer asana oder allgemein euiner Sache durchtzudringen.

Die stetige Zunahm von Yoga- Interessierten an seinen Kursen und Seminaren machten es erforderlich, Bücher zu schreiben und auch selbst Yogalehrer auszubilden. Und damit begannen erste Schwierigkeit, die, wie Heinz Grill schreibt, „bis zum heutigen Tag anhält.“ Die neuen Lehrer übernahmen lediglich die Gedanken von ihm und gaben sie weiter, es fehlte die selbst hergestellte Beziehung dazu, das, was eine Sache lebendig macht und mit Geist erfüllt. Die Yogalehrer sollten die Inhalte auch eigenständig erarbeiten, sie in ihrem Ansatz verstehen lernen, um sie authentisch weitergeben zu können. Das Lernen versteht Hein Grill völlig anders als z.B. in früheren Zeiten in Indien oder aktuell immer noch in der Kirche, das Weitergeben von Wissen oder Erkenntnissen soll nicht sukzessiv ( sattfinden, sondern durch eine wachsende Beziehung zum Lehrer und zu den Inhalten im Schüler heranreifen. Er nennt es Individuation(.

In  seiner Biographie beschreibt er es wie folgt:

„Das Leben von mir war immer aus einer Beziehubg heraus gegründet, aus einer Beziehung zu den Bergen beispielsweise, zur Schöpfung, zur Natur. Es war aus einer Beziehung heraus gegründet zu Rudolf Steiner, aus einer Beziehung zum Evangelium, aus einer Beziehung zur Bewegungsebene. Es gründete sich immer auf dem Verhältnis des bewussten Beobachtens, auf einem Schauen, auf einem Wahrnehmen, auf einem Hineinfühlen, auf einem unmittelbaren Erfahrungsleben. Nicht die Theorie zeichnet das Leben, sondern die Erfahrung, die gelebte Erfahrung.“

 

So wurde ihm bald bewusst, dass auch die Beziehung der Yogalehrer zu ihm entscheidend für die Qualität ihres Unterrichts war und ob sie den Yoga so vermitteln konnten, dass das Geistige, das Schöpferische auch in ihnen leben konnte.

Die Wichtigkeit seiner Person als spiritueller Lehrer erkannte Heinz Grill selbst erst im Laufe der Zeit und es verschafft ihm noch immer große Mühe, das so auszusprechen. Ich zitiere:

“ In den Mittelpunkt der Schulungen rückte notwendigerweise diese Beziehungsverhältnis, das die Schüler zu mir einnahmen. Die Beschreibung und Darstellung von meiner Person in dem Worte `Ich bin`, `Ich bin der Geist im Yoga` fiel mir schwer. Es kostete mich, und es kostet mich bis zum heutigen Tag Überweindung, dies in dieser direkten, aber zutreffenden Form darzustellen.“

Solche Aussagen sind für den intellektuell geprägten Menschen und auch für die Vetreter der Kirchen eine gewagte Herausforderung. Es klingt in ihren Ohren anmaßend, hochmütig, überheblich und man wirft Heinz Grill guruhaftes Verhalten vor. Wobei in diesem Kontext der Begriff Guru als negativ bewertet wird, als Sektenführer, wie es auch allgemein gesehen wird.. Etymologisch aber bedeutet `guru` im Hinduismus `gewichtig`, `ehrwürdig` und man betitelte damit einen geistlichen Lehrer.

Heinz Grill sieht es als notwendig, dieses Selbstzeugnis, wie er es nennt, zu geben, denn ein Werk könne man nicht ohne seinen Begründer sehen. Es sei gerade das entwickelte Selbst eines Menschen verantwortlich für sein Werk. Die Übungen des Yoga allein haben wenig wert, sind leblos ohne geistige Inhalte oder Imaginationen und diese können nur durch die Schöpferkraft eines Menschnen dazukommen. So kann man einen Faust nicht ohne den Menschen Johann Wolfgang Goethe denken, eine Mona Lisa nicht ohne Leonardo da Vinci oder die gewaltfreie Unabhängigkeit Indiens ohne Mahatma Gandhi. Es ist also eine Notwenigkeit, die Person, das Selbst zu benennen, damit z.B. ein Yoga nicht einfach nur eine Lehre wird oder eine Technik zur Selbstfindung, die man wie ein Rezept annimmt. Zitat:“ Wie verabscheute mein Gemüt das Gurutum und dennoch musste etwas gesagt werden, das eine gewisse Ähnlichkeit hat mit dem Gurutum in Indien. Es  musste eine mysteriöse Wahrheit ausgesprochen werden, damit diese Bewegung richtig verstanden wird, dass nicht die Form zum Höchsten erhoben und nicht ein Yoga zum Maßstab aller Dinge wird. Der Mensch steht höher als alle Glaubenslehren und der verwirklichte Menschengeist drückt sich in einer unsichtbaren und doch realen Expression durch die Übungen aus.“

Heinz Grill bemerkte immer mehr, dass er anders dachte als die Menschen um ihn herum und das anders war als das allgemeine intellektuelle oder wissenschaftliche Denken. Das, was ihm vetraut war über die Sprache, das waren die Schriften von Rudolf Steiner, das Evangelium, insbesondere die Paulusbriefe, dann die Yogaschriften von Sivananda. Dort fühlte er sich  angesprochen , während er sich schwer tat mit rein wissen-schaftlich intellektuellen Ausführungen.

Der von Heinz Grill entwickelte Yoga gründet sich maßgeblich auf Individuation, auf die Erkenntnisfähigkeit des Einzelnen, die durch gelebte Erfahrung heranreift und eben nicht wie in der traditionellen Kirche durch passives Übernehmen und Weitergeben einer Lehre. Gerade aber dieses Anliegen und die Darstellung seiner eigenen Person brachten ihm den Unmut der Kirche und den Sekten-beauftragten ins Haus, denn laut Kirche sind dies ketzerische Anstiftungen, da sie selbst dem Menschen göttliches Heil nur als Kirchenmitglied zugesteht und niemals durch eigenständige Bemühungen. Die Versuche, mit Kirchenvertretern in einen Dialog zu kommen sind leider gescheitert. Stattdessen überhäufen sie Heinz Grill seit Jahren mit Verläumdungen, Lügennachrichten und Anschuldigungen übelster Art. Angestiftet wurden diese auch von eigenen Schülern, die ihn einmal aus freien Stücken aufgesucht hatten, um bei ihm zu lernen. Sie aber wollten ihn zum ` Guru` machen und  verweigerten eigenverantwortliche Entwicklungs-schritte und gerieten dadurch in persönliche Konflikte . Die Schuld gab man dann dem Lehrer.

Immer noch ist das Lehrer- Schüler- Verhältnis für Heinz Grill kein leichtes Unterfangen. Viele suchen nach einer führenden Hand, er aber lehnt Abhängigkeit ab und fördert gerade das Freiheitliche des Menschen, die eigene Entscheidungskraft für eine Sache, und das schöpferische Potential in jedem Menschen.

Heute lebt und arbeitet Heinz Grill in einem kleinen Ort in Noditalien. Er hat inzwischen zahlreiche Bücher geschrieben, die die verschiedensten Themen behandeln, wie Ernährung, Heilkunde, Sozialleben, Meditation, Architektur, künstlerisches Gestalten, Klettern, u.a..

Immer hat er sich tiefgründig mit den gewählten Inhalten auseinandergesetzt, intensivste geistige Forschungen dazu angestellt und die Literatur anderer Fachleute studiert. Er geht regelmäßig in die Berge, pflegt mit Kameraden bestehende Kletterouten und eröffnet neue, die sehr gut angenommen werden in Kletterkreisen wegen ihrer Schönheit.

Aufgrund der stetig wachsenden Besucherzahl und Interessierten an seiner Arbeit als spiritueller Lehrer entstand in den letzten Jahren eine sog. spirituelle Hochschule, die Sonnenoase. In einem Seminarhaus in der Natur finden täglich verschiedene Unterrichtseinheiten statt: asana- Praxis, Seelenübungen, Textarbeit, Vorträge, Seminare zu verschiedenen Themen. Zentral steht dabei im Mittelpunkt die Frage, wie kann der Mensch heute ein neues, würdevolleres und lebensnahes Kuturleben schaffen, in dem er sich als Mensch wahrgenonmmen fühlt. Es gibt desweiteren die Möglichkeit , in verschiedenen Bereichen aktiv mitzuwirken, in der Küche, in der Brotbackstube, im Garten- und Landschaftsbau, in der Architektur und Innengestaltung von Wohnräumen, bei musikalischen Darbietungen, Rezitationen u.a.. Immer geht es darum, den künstlerischen Menschen zu fördern und im Zusammenwirken mit anderen etwas Neues zu schaffen, das nach außen ausstrahlt und anziehend auf andere Menschen wirkt.

Heinz Grill wird zudem zu unterschiedlichen Veranstaltungen als Referent eingeladen, sei es, dass er selbst einen Vortrag hält oder dass er gemeinsam mit anderen ein bestimmtes Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet und herausarbeitet, was sie verbindet.

Daneben bietet er Interessierten Beratungsgespräche an, die als zentrales Thema die eigene spirituelle Entwicklung haben. Ebenso kann man ihn als Heilpraktiker zu Rate ziehen, wenn Beschwerden verschiedenster Art einen quälen.

So zieht sich das aktive, selbst gewollte In-Beziehung-Treten mit einer Sache, mit Menschen als roter Faden durch sein Leben und zeigt sich in all seinen Begegnungen.

 

 

 

 

Meine persönliche Begegnung mit Heinz Grill

Ich bin Heinz Grill im Sommer 1998 zum ersten Mal auf einem Seminar in Bad Häring in Österreich begegnet. Meine ersten optischen Eindrücke habe ich bis heute in guter Erinnerung: er kam zur Tür des Übungsraumes herein,  ging einige Schritte und setzte sich vor uns Teilnehmern auf den Boden. Ich hatte zuvor noch keinen Menchen gesehen, der so leichten Schrittes und geschmeidig sich bewegte und doch gleichzeitig so present  war. Eine sehr angenehme und friedliche Ruhe ging von ihm aus und während er uns begrüßte und einleitende Worte zu dem bevorstehenden Seminar sprach, nahm er ganz natürlich jeden der Anwesenden mit ruhigem Blick wahr. Seine ganze Person wirkte sehr ansprechend auf mich, seine Stimme, die Gesten, die Worte, wie er sie wählte und formulierte lösten in mir eine Art heimatlich seelisches Empfinden aus. Das Thema an diesem Wochenende war das Heilen und der Unterschied zwischen einem Heilsansatz über den Gedanken und dem Heilen durch mediale Übertragung. Bei ersterem vollzieht sich bei dem Erkrankten ein Entwicklungsschritt durch eine neue geistige Inspiration, die tatsächlich auch zur Heikung führt. Bei dem zweiten Beispiel  bleibt der Patient passiv und unerklärliche Energien werden vom Medium auf ihn übertragen. Er fühlt sich durchaus energetisiert, aber man kann dennoch  nicht von einer Heilung sprechen, da das Bewusstsein inaktiv bleibt und die eigentliche Ursache der Erkrankung noch tiefer ins Unbewusste gleiten kann. Diese ersten Lerninhalte, die ich von Heinz Grill zu hören bekam, schienen mir sehr logisch und nachvollziehbar. Da ich selbst mich eher zu den Menschen zähle, die sich schwer mit dem Mysthischen tun und das Logische schätzten, fand ich großen Gefallen an den Ausführungen von diesem spirituellen Lehrer. Ich denke im Rückblick, dass ich durchaus auf der Suche war nach Menschen mit geistigen Erkenntnissen. Ich bin zwar katholisch augewachsen und durch meine Mutter auch etwas evangelisch, aber eigentlich war sie vorallem natürlich religiös, mit einer natürliche veranlagten Ehrfurcht für das Leben. In meiner Jugendzeit wand ich mich dann von der Kirche mehr und mehr ab und begann, mich mit dem tibetischen Buddhisnmus anzufreunden. Doch auch hier kam ich zu dem Punkt, an dem ich auf Widerstände stieß.

Nach diesem ersten Semiar besuchte  ich dann noch ein zweites in Bad Häring und begann zu Hause das Buch `Die Seelendimension des Yoga` von Heinz Grill zu lesen und auch Übungen daraus zu praktizieren. Was ich damals als Gast sozusagen nicht mitbekam, waren die beginnenden Schwierigkeiten  mit Schülern von ihm und auch die Angriffe seitens der Kirche. So siedelte er im Jahre 1998 nach Italien um, in die Berge nördlich des Gardasees, um dort seine Arbeit fortzusetzen. Die Italiener sind bezüglich Religionsfreiheit oder spirituellen Schulen weitaus liberaler und offener als man es in Deutschland ist  und hetzen keine Sektenbeauftraten auf Menschen, die nachweislich keinerlei Schaden an anderen anrichten oder sie negativ manipulieren.

In den kommenden Jahren legte ich mehr Gewicht auf Familie und Kinder, las aber immer wieder in verschiedenen  Büchern von Heinz Grill und übte für mich in eigener Regie asanas zu Hause. Ich hätte durchaus Yoga-Kurse vorOrt in Mannheim besuchen können, doch war die Art und Weise, zu praktizieren so verschieden von dem, was ich in Bad Härig kennenlernte, dass ich  mich eher darin vertiefen wollte. Er sprach mich im Innersten meiner Seele an, wie man gerne sagt,, was ich in seinen Büchern las. Auch wenn  vieles mir nicht gleich zugänglich war, auch heute  noch nicht ist, im Sinne eines Verstehens, so sind es für mich dennoch tiefgehende Erkenntnisse, die ich für wahr nehmen kann.  Immer spürte ich  beim Lesen sein eigenes Forschen und Ringen um Wahrheiten und der tiefe Wunsch, sein Leben in den Dienst seiner Mitmenschen zu stellen und sie auf ihrem ganz individuellen  Entwicklungsweg zu fördern.

Erst im Jahr 2013 begegnete ich Heinz Grill wieder , diesmal in Italien und angeregt durch zwei von ihm ausgebildete Yogalehrer, bei denen ich seit längerem  einen Yogakurs besuchte.  Das Empfinden von den beiden ersten Begegnungen war gleich wieder da, als ich ihn dieses mal sah, es war wie eine Art Heimatgefühl , aber eben kein irdischer Ort,  eher eine seelische Heimat und ein Friedensgefühl.

Von nun an reiste ich etwa zweimal pro Jahr nach Tenno, nördlich des Gardasees, um an verschiedenen Seminaren teilzunehmen, vorallem Yoga- Fortbildungen. 2014 und 2017 besuchte ich in Deutschland einen Grund- und Aufbaukurs zur Yogalehrer-Ausbildung und begann  dann selbst mit dem Unterrichten zu Hause in Mannheim.  In diesen und den folgenden Jahren begann ich allmählich  ein näheres Bild von dem Menschen Heinz Grill und seinem Anliegen als spiritueller Lehrer zu erlangen und es wird wohl nie zu dem Punkt kommen, an dem  das Bild fertig sein wird. Er überrascht mich immer wieder mit Ideen und Vorstellungen über bestimmte Themen des Lebens, die niemals fixiert erscheinen, im Gegenteil,  immer wahrnehmend zu der gegenwärtigen Zeit und den gegenwärtigen Menschen.  In der anfänglichen Zeit fragte ich mich manchmsl, ob er sich woh auch für die Geschehnisse in der Welt interessiert. Das waren noch recht naive Vorstellungen meinerseits von einem spirituellen Lehrer wie Heinz Grill es ist. Wahrscheinlich trug ich in mir noch ein Bild von einem Yogi in Indien, der einsam in den Bergen oder in einem Ashram lebt, fern ab des Alltaslebens der Bevölkerung. Nun durfte ich erleben, dass  ich es hier mit einer ganz anderen Art spiritueller Lehrer zu tun hatte, einer, der sich ganz und gar nicht von der Welt zurückzieht, vielleicht örtlich gesehen abseits großer Städte , aber keinesfalls gedanklich abwendend. Das, was in der Welt vor sich geht, interessiert ihn sehr wohl, denn es spiegelt das wieder, was die Menschen im Innersten lenkt und motiviert. Durch seine Fähigkeit,  geistige  Zusammenhänge schauen zu können, erkennt er sehr gut, welche geistigen Haltungen ursächlich zu bestimmten Verhaltensweisen  in der Welt führen, was mit den physischen Sinnen nicht wahrnehmbar ist. Die Kunst des Geistigen Schauens war in ihm wohl schon früh angelegt und er bildete sie im Laufe der Jahre immer weiter aus, sodass seine Fähigkeit darin stets gewachsen ist und er sich darum bemüht, dass auch seine Schüler dies erlenen. Geistig Schauen bedeutet  für ihn  nicht, sich als Medium zur Verfügung zu stellen, um Botschaften aus dem Kosmos zu empfangen, es ist vielmehr die Fähigkeit, die geistien Usachen eines Phänomens, einer physisch sichtbaren Sache zu erkennen. Alles, was wir mit unseren physischen Sinnen wahrnehmen können, aber auch Gefühle haben demnach einen ursprünglichen Gedanken, der sie bewirkt hat. Diesen Gedanken aber können wirvordergründig erstmal nicht sehen, vielleicht erahnen oder vermuten. Zu einem wirklichen Erkennen braucht es Übung und das Entwickeln innerer Sinne. Heinz Grill ist es ein großes Anliegen, dass auch andere Menschen diese Kunst erlernen, da sie uns hilft, das wahre Motiv hinter einer Sache zu sehen und zu verstehen.

Was die äußeren, körperlichen  Sinne wahrnehmen, ist immer das Ergebnis eines vorangegangenen Prozesse, einer Idee, einer Motivation, sei sie bewusst oder unbewusst. Um aber die Idee dahinter zu erkennen, muss der Mensch innere Sinne entwickeln, da sie nicht selbsverständlich angelegt sind wie die äußeren.

Aktuell ist Heinz Grill sehr darum bemüht, wie er selbst und auch andere Menschen friedensfördernd aktiv werden können. Das bedeutet für ihn nicht, auf die Straße zu gehen und für Frieden zu demonstrieren, das sicher für viele seine Berechtigung hat. Für ihn stellt sich die Frage, wie er aus geistiger Sicht heraus friedensstiftend wirken kann und welche Geste, welche Handlung dies ausdrückt. Entscheidend für ihn ist es, nicht nur dem Ausdruck zu verleihen, was man ablehnt, wie in diesem Fall den Krieg, sondern eine reale Zukunftsvision zu schaffen und konkrete Schritte dafür zu tun. Jeder Einzelene kann dazun beitragen , damit es nicht beim bloßen Wünschen bleibt und einem  Gefühl der Ohnmacht.

Als spiritueller Lehrer liegt  es Heinz Grill beonders am Herzen, dass die Menschen, die sich an ihn wenden,  Entwicklungschritte vollbringen, die sie seelisch und geistig wachsen lassen, denn das ist es, worin er sie unterstützen kann. Er sagte einmal bei der abendlichen Gesprächsrunde: „ Mich interessiert nicht, was ihr alles angestellt habt in eurem Leben, mich interessiert, wohin ihr euch  entwickeln wollt., darin kann ich euch  fördern.“ Welche inneren Fähigkeiten der Einzelen  zum Reifen bringen will, damit er eine wahre Kapazitäten seines Faches wird und  einen brauchbaren und wertvollen Beitrag in der Welt leisten  kann, das ist es, was Heinz Grill   tagein und tagaus, unermüdlich bewegt. Und es ist keinesfalls so, wie man sich das vielleicht denkt bei einem geistigen Lehrer, dass ihm Wissen und Erkenntnisse einfach so in den Schoß fallen, er muss sich selbst auch immer wieder von Neuem einer Sache, einem Thema oder einem Menschen gedanklich konzentriert hinwenden, um eine adäquate Aussage machen zu können. Er gibt ratsuchenden Menschen durchaus Hausaufgaben oder Anregungen, was sinnvoll sei in bestimmten Lebenslagen, um einen förderlichen Fortschritt absolvieren zu können, doch habe ich  nie erlebt und auch von niemand anderem je vernommen, dass er dabei missionarisch  oder autoritär agiert  oder Bedingungen an die Erfüllung stellt. Ob die Fragenden sich den Aufgaben stellen, überlässt er ihnen und ihrer Eigenverantwortung, denn mit jeder Aufabe soll auch das Selbst des Menschen sich stärken und keine Abhängigkeiten sich bilden. Heinz Grill wirkt immer freilassend auf sein Gegenüber, er lehnt jede Art von Bindungsverhältnissen ab, schätzt es andererseits, wenn Menschen bewusst und eigenständig  in Verbindung zueinander treten.

Er ist zudem ein Meister in der Fähigkeit, konstruktive Kritik zu äußern, da sich seine Kritik immer auf die Sache bezieht, die seines Erachtens angebracht ist, weil etwas richtig gestellt werden muss, aber nie die Person  dabei in Frage stellt oder schlecht macht. Ich habe mehrmals erlebt, wie er Personen, die versteckt falsche und dem  Geistigen widersprüchliche  Gedanken in die Hochschule hineingetragen haben, für diese Vorgehen klar kritisiert hat  und Ihnen gleichzeitig  Wertschätzung von Mensch zu Mensch entgegenbrachte. Es war deutlich wahrnehmbar, wie reinigend und klärend dies Art des Kritisierens nicht nur auf die Beteiligten, sondern auch auf alle Anwesenden wirkte. Dies zu beherrschen ist ein weiteres  Anliegen seinerseits  an seine Schülerschaft, da es zum sozialen Prozess beiträgt, zur wirklichen Verbindung untereinander und nicht zur Trennung. Es ist wieder die Beziehungsebene, die ihn interessiert und deren Qualität, die jeder Mensch in seinem Umfeld verbessern kann.

So würde ich seine Hauptaufgabe darin sehen, dass es sein Ziel ist, geistige Inhalte in die Welt zu bringen und Menschen dazu ermutigen, dies auch in ihrer individuellen Art zu tun, um das Leben im Ganzen menschenwürdiger zu gestalten  und Erlösungsarbeit für die toten Seelen zu leisten zu können.

Hier will ich zu einem ersten Abschluss meiner Ausführungen zu der Person Heinz Grill kommen und gegebenenfalls  zu späterer Zeit noch Wissenswertes hinzufügen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stationen:

  • Heilpraktiker- Ausbildung